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Ölziehen

Ölziehen

Das Ölziehen ist eine uralte Volksmedizin in der Ukraine. Im Ayurveda ist es unter Ölspülung bekannt.

Man nimmt morgens gleich nach dem Aufstehen einen Esslöffel Sonnenblumenöl , Sesamöl oder einen Teelöffel Kokosöl in den Mund und behält es dort für 5-15 Minuten. Man zieht es durch die Zahnzwischenräume, spült alle Mundwinkel aus und kaut und lutscht darauf herum als hätte man einen Bonbon im Mund. Das Öl sollte immer in Bewegung sein. Man spürt im Mund wie das Öl erst dickflüssig und dann wieder dünnflüssig durch den eigenen Speichelfluss wird. Das Öl hat die Eigenschaft fettlösliche Giftstoffe und Bakterien, die sich über Nacht in der Mundschleimhaut angesammelt haben, aufzunehmen und zu binden. Deshalb soll man das Öl nicht herunterschlucken, sondern am Ende ausspucken. Das Öl hat dann eine milchig-weiße Farbe. Anschließend den Mund mit warmen Wasser gut ausspülen und Zähneputzen.

Das Ölziehen wirkt sich positiv auf Zähne und Zahnfleisch aus. Es hat eine antibakterielle Wirkung und hält die Schleimhäute geschmeidig und gesund. Die angesammelten Bakterien  in den Zahnzwischenräumen und Zahntaschen werden fortgespült. Entzündungen der Mundschleimhaut, Zahnfleischentzündungen, Zahnfleischbluten und Zahnsteinbildungen gehen zurück. Und ein schöner Nebeneffekt:  Rauch-, Kaffee- oder Teebeläge verschwinden langsam und die Zähne werden weißer. Anders als wässrige Mundspüllösungen kann das Öl fettlösliche Substanzen lösen.

Das Ölziehen steigert die körpereigenen Abwehrkräfte und vermindert die Anfälligkeit für grippale Infekte. Durch das Hin- und Herbewegen des Öls im Mund werden die Speicheldrüsen zu einer verstärkten Speichelproduktion angeregt. Im Speichel ist Lysozym enthalten. Das ist ein Enzym, das die Zellwände von bestimmten Bakterien angreift und so deren Absterben bewirkt. Lysozym stimuliert das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend. In  der Medizin  wird Lysozym  zur Krebsbehandlung und bei geschwächtem Immunsystem zusätzlich verabreicht. Es verstärkt die Wirkung von Antibiotika. Das Ölziehen hilft so bei vielen Krankheiten und Beschwerden, weil es die körpereigenen Abwehrkräfte steigert.

Das Ölziehen wirkt entgiftend. Für die Entgiftung  von Abbauprodukten der Stoffwechselvorgänge sind normalerweise Leber, Nieren, Darm, Haut und die Atemwege zuständig. Sind die Organe aber überlastet z.B. durch Umweltgifte oder unbrauchbare Stoffe aus der Nahrung, so sucht der Körper andere Auswege. Die Speicheldrüsen sind so ein Weg den der Körper nutzt, um sich von  krankmachenden Substanzen zu befreien. Die über Nacht abgebauten fettlöslichen Stoffe werden vom Öl aufgenommen und durch das Ausspucken auf dem kürzesten Wege aus dem Körper entfernt. Die Gift und Schlackenstoffe stammen aus allen Bereichen des Körpers: aus dem Blut, den Organen, dem Körpergewebe und auch aus Gelenken und Knochen. So erklärt sich wie es zu Linderungen bei chronische Müdigkeit, Glieder- und  Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen, häufige Kopfschmerzen und vielen anderen Beschwerden kommen kann.

Eine Ölzieh-Kur sollte es mindestens 4 Wochen lang sein, länger ist natürlich besser. Wie bei vielen Naturheilverfahren ist anfangs eine Erstverschlimmerung möglich. Das sollte aber kein Grund zum Abbrechen sein. Wer gefallen daran findet, kann es auch täglich als morgendliches Ritual der Reinigung anwenden. Das saubere Gefühl im Mund ist schon sehr angenehm.

Es gibt nur wenige wissenschaftlichen Studien über die Wirksamkeit dieser Volksmedizin. Indische Forscher haben in einem Versuch festgestellt, dass Ölziehen bei Zahnfleischentzündungen genauso wirksam ist, wie die Anwendung von Chlorhexamed.

In Sachen Mundhygiene und Vorbeugung von Erkältungskrankheiten sind die Wirkungen des Ölziehens  logisch nachvollziehbar. Wenn das Ölziehen auch noch bei anderen Erkrankungen positiven Einfluß hat, wie in vielen Internetforen geschildert, so macht es Sinn, es einfach auszuprobieren. Der Aufwand ist gering. Schaden kann es jedenfalls nicht. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Schließlich sind kaltgepresste Öle ein natürliches Lebensmittel. Und wenn Sie feststellen, dass es nichts für Sie ist – dann wird aus dem Öl eben eine leckere Salatsoße.

Ein Esslöffel Öl sind etwa 10 ml. Das heißt eine 250 ml-Flasche reicht für rund einen Monat.